Unfall-Gefahrenbewusstsein und -Prävention klaffen auseinander

3.05.2017

Knapp jeder zweite Deutsche weiß laut Umfragen zufolge, dass das Risiko, sich bei einem Unfall im Haushalt zu verletzen, „groß“ bzw. „sehr groß“ ist. Richtiger wäre aber um genau zu sein „sehr, sehr, sehr groß“ – denn pro Jahr kommen in Deutschland rund 10.000 Personen bei Stürzen im Haushalt zu Tode. Das sind circa dreimal so viele Opfer, wie Verkehrsunfälle kosten. Also ein vielfach unterschätztes Risiko.

Dennoch wird Prävention bei den meisten Menschen nicht großgeschrieben – und zwar in doppelter Hinsicht. Zum einen verzichten vier von zehn Deutschen auf Leitern oder sichere Tritte, wenn sie im Haushalt etwas weit über Kopfhöhe erledigen. Auch in der besonders unfallgefährdeten Personengruppe der über 60jährigen nehmen 29 Prozent lieber, was gerade da ist, Drehstuhl, Hocker, Schrank, Tisch oder Regal. Diese Bequemlichkeit kennt, wenn man ehrlich ist, fast jeder – und häufig muss es auch einfach nur schnell gehen – gerade deshalb ist das Risiko eines Unfalles im Haushalt so groß!

Zum anderen ist die Zahl der Unfallversicherungen seit Jahren rückläufig. Die Anzahl der Unfallversicherungen fiel seit 2005 von circa 29 Millionen Verträgen auf unter 26 Millionen Policen in 2016. Dabei bezahlt die Gesetzliche Unfallversicherung nur für Wegeunfälle zur Arbeit und für Arbeitsunfälle und auch hier nur unzureichend. Für den gesamten Privaten Bereich besteht von gesetzlicher Seite überhaupt kein Schutz.

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Mit freundlichen Grüßen
Jochen Reininger
Freier Finanz- und Versicherungsmakler im Landkreis Neustadt/Aisch